Explosion am Bauhof – Feuerwehr probt den Ernstfall

Mehrere Explosionen waren am Samstag, 20.10.2018 gegen 16:30 Uhr in Karben zu hören. Eine schwarze Rauchwolke war über dem Industriegebiet zu erkennen. Mehrere Personen schrien auf dem Dach des Bauhofes um Hilfe.

Was Außenstehende für einen Katastrophenfall hielten, war glücklicherweise nur die diesjährige Großübung der Feuerwehr Karben, zusammen mit dem DRK KV Friedberg.  „Wir müssen so realistisch wie nur möglich üben“, so Stadtbrandinspektor Christian Becker „nur so können wir perfekt vorbereitet sein“. Wochenlang plante Becker diese Übung, die er in der Regel einmal im Jahr mit seiner Mannschaft durchführt. Auch Bürgermeister Guido Rahn (CDU) schaute sich die Großübung vor Ort an, ist bei ähnlichen Szenarien im Ernstfall als Fachberater mit im Führungsstab. „Solche realitätsnahe Übungen müssen sein“, so Rahn „und diese war realistisch“.

Angenommen wurde, dass ein Tanklastzug explodierte. Das angrenzende Gebäude vom Bauhof fing sofort Feuer. Mehrere Personen wurden vermisst. Insgesamt werden 18 Atemschutzgeräteträger eingesetzt. Die Feuerwehr ist mit zwölf Fahrzeugen vor Ort, doch wo welche Kräfte zuerst hinschicken? „Zügig eine Struktur bilden, um den Überblick zu behalten ist hier enorm wichtig“, weiß der stellvertretende Stadtbrandinspektor Christoph Häusler. Insgesamt werden vier Einsatzabschnitte gebildet.

Dass Häusler Recht behalten soll, zeigte sich wenige Minuten darauf.  Aus diversen Richtungen kamen Einsatzkräfte mit den ersten Verletzten. Täuschend echtes Blut und Blessuren hatte diese, konnten teilweise noch zu Fuß zur Sammelstelle laufen, andere mussten jedoch bewusstlos mit Tragen gebracht werden. Das Funkgerät von Becker, der den Einsatz koordinierte, stand nicht still. Die Lagemeldungen überschlugen sich. Becker zeigte sich aber zufrieden. Alle vierzehn Verletzte wurden gerettet, das Feuer bekämpft und der Tanklastzug mit Schaum gelöscht. „Klar gab es kleinere Defizite“, so Becker „aber die waren nicht gravierend. Es gilt nun, diese auch noch zu beseitigen.“ Aus diesem Grund würde er solche realitätsnahe Übungen durchführen. Im echten Einsatz seien diese Fehler dann behoben. Karben blieb in jüngster Vergangenheit von solchen Großlagen glücklicherweise verschont. Sollte es jedoch Karben tatsächlich einmal treffen, so sind alle Einsatzkräfte nun gut vorbereitet.


Bilder von der Großübung: